Zurück aus Osnabrück

Die Nadel und Faden in Osnabrück ist seit vielen Jahren ein fester Termin in meinem Jahresplaner. Welche Schätze habe ich von dort nicht alle mitgebracht: In den ersten Jahren konnte ich all den wunderbaren Patchworkstoffen nicht widerstehen – noch heute zehre ich von diesem Vorrat an Rosenstoffen, Weihnachtsstoffen, Batikstoffen, bedruckten Stoffen aus Südafrika, klein- und großgemusterten Stoffen, quietschbunten und Ton-in-Ton-Stoffen… Ich schwelgte in Büchern: amerikanische Quiltbücher, japanische Quiltzeitschriften, dänische Kreuzstichbücher, französische Stickhefte und italienische Einführungen in bislang unkannte Techniken. Ich kaufte Kits für Taschen, Hühner, Kürbisse, Weihnachtssterne, Utensilos. Ich bewunderte die Filzblumen, Filzmäuse, Filztäschchen. Dann die fantastischen Strickgarne, an denen ich einfach nicht vorbeigehen kann. Nicht zu vergessen der wunderschöne Perlenschmuck von meinem Lieblingsperlenstand. Und vor allem natürlich die Stände für die Stickerinnen mit immer neuen Vorlagen, Garnen, Techniken und Deko-Ideen.

In diesem Jahr konnte ich erst heute, am Sonntag, nach Osnabrück fahren. Die modernisierte Stadthalle bietet einige Annehmlichkeiten, die den Messebesucherinnen gefallen dürften: mehr und großzügigere Toiletten (wegen leidvoller Erfahrungen in früheren Jahren erwähne ich dies ganz bewußt zuerst), viel natürliches Licht und Sitzgelegenheiten abseits der Stände, dazu ein entzerrtes gastronomisches Angebot, das zumindest meinen Ansprüchen voll und ganz genügt hat.

Und jetzt möchte ich Euch endlich zeigen, was ich mitgebracht habe. Ich gestehe, ich bin fremd gegangen. Dreimal!

Ehrlich, es war mir unmöglich, die einzigartigen japanischen Strickgarne zu ignorieren:

6 Knäuel Noro-Strickgarn
Aus diesen 6 Knäueln Wolle wird ein Schal entstehen.

Der Schal, den ich aus dieser Wolle stricken möchte, wird ein Zickzackmuster bekommen, und dann durch Waschen gefilzt werden. Das Modell am Stand sah sehr attraktiv und kuschelig aus! Die ausführliche Strickanleitung läßt keine Fragen offen.

Ach, der Perlenstand! Auch hier konnte ich unmöglich vorbeigehen, ohne einen Blick auf die präsentierten Ketten und Armbänder zu werfen. Und ausgerechnet ein – wie mir versichert wurde – ganz leichtes Modell, ideal für Perlenanfänger, stach mir ins Auge. Wo mir doch Grün so gut steht! Und dieses frische Grün – unwiderstehlich! Und ganz einfach anzufertigen, mit genauer Beschreibung! Na, da musste ich doch wohl zugreifen!

Material für eine Perlenkette
Material für eine grüne Perlenkette

Schließlich und endlich habe ich meiner Lieblings-Konkurrentin(!) aus den Niederlanden einen Besuch abgestattet. Echte Konkurrenten sind wir eigentlich nicht, dazu ist unser Angebot zu unterschiedlich. Deshalb konnte ich bei ihr auch diese drei Anleitungen mit Ajour-Mustern erstehen. Die Holländerinnen experimentieren viel ungezwungener als wir deutschen Stickerinnen mit anderen Techniken, außerdem grassiert dort eine Sucht nach Mustertüchern aller Art. Die übrigens ansteckend ist, wie ich aus Erfahrung weiß, und viel Spaß macht.

Drei Ajour-Vorlagen
Diese drei Vorlagen ergänzen meine Sammlung an Ajour-Mustern.

Das war’s zum Thema “Fremdgehen”. Morgen berichte ich Euch, was ich auf der Nadel und Faden sonst noch entdeckt habe.