Gute Vorsätze II

Der Blick aus dem Fenster meines Arbeitszimmers zeigt einen grauen Himmel, aus dem es in Strömen regnet. Herrlich!! Endlich lastet die Hitze nicht mehr lähmend auf meinem Hirn, Gießen im Garten ist überflüssig, Fensterputzen nicht möglich – also endlich wieder Zeit zu bloggen!

Beim regen Ausstausch während des Stickkurses in Oberstdorf wurde auch die Frage angesprochen, welches Endprodukt wir eigentlich in Händen halten wollen. Bekanntlich sind die Niederländerinnen große Fans von Mustertüchern. Diese Liebe umschließt nicht nur klassische “Merklappen” mit Kreuzstichmotiven, sondern Mustersammlungen anderer Sticktechniken wie Stopfmuster, Hedebo, Hardanger usw. In Deutschland hingegen besteht eher die Neigung, etwas Nützliches herzustellen, zum Beispiel ein Deckchen, einen Kissenbezug, einen Läufer oder gar eine große Tischdecke – bestickte Handtücher fürs Bad gehören in die gleiche Kategorie. Und sollte für das Gestickte keine praktische Verwendung vorgesehen sein, dann wird es zumindest gerahmt und als Stickbild an die Wand gehängt. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber ich kenne in der Tat nur eine einzige Kundin, die ihre in vielen Stunden gefertigten Stickereien eine nach der anderen sorgfältig in einer großen Mappe sammelt, frei nach dem Motto: “Der Weg ist das Ziel.”

Es wird Euch nicht wundern, dass auch ich eine typische Vertreterin der Es-sollte-zu-was-nütze-sein-Fraktion bin. Aber nun denke ich über Alternativen nach.

Vorsatz #3: Nicht immer nur im Hinblick auf ein fertiges Resultat arbeiten, sondern öfter mal einfach nur einen Versuch dokumentieren. Oder eine neue Technik ausprobieren. Oder ein Garnexperiment als solches stehen lassen. Und diese einzelnen Muster zunächst nur sammeln.

Einen Anfang habe ich bereits gemacht. Es juckte mich in den Fingern auszuprobieren, ob mir die Ebenseer Technik gelingt oder ob ich ohne systematische Anleitung nicht zurecht komme. In Oberstdorf hatte eine Teilnehmerin das Thema “Ebenseer Kreuzstich” und sie kämpfte fünf Tage lang tapfer mit den Tücken dieser Methode. Also schnappte ich mir zu Hause den erstbesten Stoff (Lugana Murano) und stickte zwei Mini-Bordüren:

Ebenseer Kreuzstich
Vorderseite: Kreuzstich
Ebenseer Kreuzstich 1
Rückseite: alle Stiche verlaufen senkrecht

Das Prinzip scheine ich begriffen zu haben. Vielleicht setze ich demnächst ein etwas kompakteres Motiv darunter. Später dann ein mehr verzweigtes. Und so entsteht ein Mini-Mustertuch, zu dem sich ähnliche oder auch ganz andere dazu gesellen können.

Vorsatz #4: Bücher nicht nur kaufen, sondern auch nutzen. Damit meine ich nicht die vielen Kreuzstichvorlagen, die zu sticken mir bisher die Zeit fehlte. Nein, ich habe eher Bücher wie diese drei im Visier:

Drei Stickbücher
Drei Bücher aus meinem Regal, die spannende Stickstunden verheißen.

Vorsatz #5: Endlich anfangen, nicht nur drüber reden!!!

Was glaubt Ihr? Mit Vorsatz #5 werde ich beginnen. Jetzt!