Neuer Ausblick

Schon vor zwei Wochen erhielten wir ein phantastisches Geschenk von einer lieben Stickfreundin, das ich Euch nicht vorenthalten möchte. Die Weißstickereien von Maria Röhling hatte ich Euch anlässlich unserer kleinen Ausstellung im März schon vorgestellt, zum Beispiel hier ein Kissen in Schwälmer Stickerei oder hier Richelieu und Lochstickerei und hier noch einige kleinere Stickereien.

Im Sommer hat Maria an einer Gardine gearbeitet, für die sie die Motive selbst zusammengestellt und gezeichnet hat. Eine Gardine ist falsch, denn tatsächlich hat sie das Ganze zweimal gestickt. Mein scharfer Blick sagte mir sofort, dass die Gardine genau, haargenau an unser Fenster passen würde. Dort hing im Sommer immer ein mit Blaudruck verziertes ziemlich kurzes Gardinchen, das ich mal günstig auf einem Kunsthandwerkermarkt erstanden hatte. Nicht wirklich ein Prachtstück… Nun, jedesmal, wenn sich unser Stickkreis getroffen hat, habe ich den Fortschritt “meiner” Gardine beäugt und sehnsüchtige Blicke auf den Stoff geheftet. Ich fürchte, auf diese Weise habe ich mir den neuen Fensterschmuck geradezu erschlichen. Jetzt prangen die Gardinen am Fenster und sind ein wahrer Augenschmaus:

Gardinen in Schwälmer Technik
Eine wunderschöne Arbeit in Schwälmer Technik

Hier läßt sich die Stickerei noch besser erkennen:

Größere Ansicht
Ein Klick auf das Bild zeigt eine größere Ansicht.

Ich bewundere diese luftig-leichte Stickerei jeden Tag. Mir gefällt besonders, dass hier zwar in Schwälmer Technik gestickt wurde, aber die engen Grenzen der Tradition unbekümmert überschritten wurden. Hessenstickerei im Ruhrgebiet – klassisch und modern zugleich. Ganz, ganz herzlichen Dank, Maria!