“Sagen Sie mal…, wie merken Sie sich eigentlich, wo Sie sind?”

Diese Frage schwirrt immer mal wieder durch den Raum, sei es beim Sticktreff oder in Stickkursen. Mal ganz ehrlich, wer kennt diese Situation nicht: “Wo bin ich denn?” Und wir leiden nicht etwa an auffälliger Orientierungsschwäche, sondern wir alle wissen um das Dilemma: Der Blickwechsel vom Stoff auf die Vorlage erschwert die Orientierung. Je größer die Stickerei, desto schwieriger wird es, nach einigen Stichen genau die Stelle auf der Vorlage wiederzufinden, an der die nachfolgenden Stiche abzulesen sind.

Häufig entzündet sich an dieser Frage eine lebhafte Diskussion. Schließlich hat fast Jeder seine eigene, ganz spezielle Methode, sich zu orientieren. Und da dies für alle KreuzstichlerInnen interessant ist, möchte ich Euch die Empfehlungen weitergeben. Im Großen und Ganzen gibt es drei verschiedene Herangehensweisen:

  • “Übertrage das Raster der gedruckten Vorlage auf den Stoff, am besten als 10 x 10-Raster”. Jeder Stich läßt sich auf diese Weise eindeutig an seinem Platz identifizieren.
Vorlagenraster auf Stoff
Hier habe ich ein Raster für 20 x 20 Stiche eingezogen.
  • “Streiche die fertigen Stiche durch.” Das Vorlagenblatt wird sich allmählich mit einem Gewirr dicker Striche überziehen, bis alle Stiche ausgestrichen sind. Wenn mit mit einem Marker ausgestrichen wird, sind danach immer noch die bereits erledigten Partien zu erkennen.
    (Kein Foto, weil ich definitiv nicht zu den Ausstreichern gehöre.)
  • “Benutze ein Magnetboard.” Die Vorlage wird auf eine leichte Metallunterlage gelegt und mit magnetischen Streifen fixiert. Die Streifen begrenzen genau den Bereich, der gerade gestickt wird und wandern mit Fortschreiten der Stickerei über die Vorlage.
Stickvorlage auf Magnetboard
Erleichtert die Orientierung auf der Vorlage: Metallplatte mit Magnetstreifen

Eine Variation dieser Methode ist es, den Bereich mit Post-Its zu markieren. Empfehlenswert, wenn Stoff und Vorlage woandershin mitgenommen werden, denn die Haftmarker lassen sich leicht entfernen und wiederverwenden. Wenn man gar nichts anderes zur Hand hat, tut es notfalls auch eine Schere, deren Spitze auf eine bestimmte Stelle zeigt – diese zugegeben recht primitive Methode nutze ich gerne.

Wendet Ihr auch eine dieser Methoden an? Oder habt Ihr vielleicht Erfahrung mit ganz anderen Arbeitsweisen?