“Sagen Sie mal…, warum duzen Sie mich eigentlich in Ihrem Blog?”

“Liebe Frau B.,” antworte ich, während Sie mit aufrichtig fragendem Blick vor der Ladentheke steht, “selbstverständlich spreche ich Sie als Kundin im Laden förmlich mit Sie an, so wie es bei uns in Deutschland üblich ist und als normale Umgangsform allgemein akzeptiert wird. Wenn Sie mir eine Anfrage per Mail schicken, werden Sie ebenfalls als Frau B. angeredet und gesiezt. Selbst Kundinnen, die locker mit ‘Hallo liebes Fadenkreuz-Team, ich hab da mal ne Frage zu euren Sticklupen’ loslegen, erwarten durchaus, im Antwortschreiben gesiezt zu werden.

Aber,” fahre ich fort, “in der Welt des Internets und hier vor allem in sozialen Netzwerken und Blogs haben sich andere Regeln durchgesetzt. Hier duzen sich alle, und wer sich nicht hinter einem Spitznamen versteckt, wird mit seinem Vornamen ansprochen. Deshalb liebe Frau B., werden Sie von mir als Leserin des Blogs geduzt und als Kundin, die den Laden betritt oder eine Auftragsbestätigung erhält, gesiezt.”

Ich erzähle Frau B. dann noch, wie ich mich bei der Vorplanung für dieses Blog genau der Frage “Du oder Sie” stellen musste, zumal ja meine Kundinnen auch meine Leser werden sollen. Dieselben Personen mal zu duzen und dann wieder zu siezen – es war schon reichlich verwirrend. Nun, letztendlich fiel die Entscheidung zugunsten des Du, nicht zuletzt, weil auf Blogs der “gute Ton” anders klingt als im Geschäftsleben.