Zurück aus dem (Mini-)Urlaub

Drei Wochen lang gab es an dieser Stelle keinen Beitrag – ich weilte fern von Laden und PC in Oberstdorf. Mittlerweile zum sechsten Mal gönnte ich mir das Vergnügen, an einem Stickkurs bei Frau Baumgartner teilzunehmen.

Blick auf Oberstdorf
In der Woche nach dem Kurs: der einzige Tag ohne Regen

Diesmal stand das Thema “Hohlsaum” auf dem Plan. Zwar glaubte ich, über elementares Grundwissen auf diesem Gebiet zu verfügen, schließlich habe ich vor vielen Jahren einige Decken und Deckchen mit Briefecke und Hohlsaum fertiggestellt. Aber vor Säumen, für die mehrere Fäden gezogen werden, hatte ich immer einen Mordsrespekt. Jetzt habe ich gelernt, welche Variationen es bereits für die einfache Hohlnaht gibt, wie man die Fäden bündeln kann und wie die Fadenbündel ganz verschieden zu filigranen Mustern verdreht werden. Auch für die hilflose Anfänger-Frage “Was mache ich mit den ausgezogenen Fäden?” gibt es ganz unterschiedliche Lösungen.

Und dann noch: die Ecken! Wovor ich mich bisher so gefürchtet hatte, scheint mir nun durchaus machbar zu sein. Das allein hätte schon den Kurs gerechtfertigt! Wirklich hilfreich ist es, jederzeit alles fragen zu können, für jedes kleine Stolpersteinchen sofort eine Hilfe zu erhalten und darüber hinaus Tipps und Hinweise zu bekommen, die genau die eigenen Schwierigkeiten und die eigene Arbeitsweise berücksichtigen. Das leistet kein Buch und kein Video. Dickes Lob und großes Dankeschön an Frau Baumgartner!

Fotos von meiner Arbeit zeige ich diesmal nicht, weil ich kein schönes Mustertuch, sondern wirklich ein reines Übungswerkstück mitgebracht habe – auf neudeutsch nenne ich sowas “Spot Sampler”. Es wird auch nicht “fertig”, sondern bleibt so unvollständig, wie es ist, weil ich mich später noch gut an die Fehler und Schwierigkeiten erinnern werde – um es dann richtig zu machen. Aber: Ein großes Mustertuch mit ganz vielen wunderschönen Hohlsäumen steht jetzt ganz oben auf meiner Liste großer Projekte für die nächsten Jahre.

Die beiden Schnecken haben wir bei einer Wanderung während der anschließenden Urlaubstage entdeckt. Mir schienen sie wie ein Sinnbild für meine Bemühungen, langsam, sehr langsam den nächsten Gipfel der Stickkunst zu erklimmen.

zwei Schnecken