Zurück von der H&H

Vom 18. bis 20. März fand in Köln die Handarbeit und Hobby statt, laut Angaben der Veranstalter die “weltweit größte” Fachmesse ihrer Art. Wie gut, dass wir nur eine Stunde von Köln entfernt wohnen, denn das umherrschwirrende Sprachengemisch ließ in der Tat auf viele Besucher von weither schließen.

Wir absolvierten unsere mit langer Liste vorbereiteten Besuche, orderten neue Ware, besorgten einige Kleinigkeiten… taten also genau das, was wir auf dieser Fachmesse Jahr für Jahr tun. Vermißt haben wir viele der kleinen Anbieter, die früher für uns immer so interessant waren. Die hätten wir wohl eher in Dortmund auf der Creativa antreffen können – ein sehr unglückliches Timing für zwei große Veranstaltungen!

Da die Stände ohne erkennbares System über die Messehallen verteilt waren, mußten wir fast alle Gänge durchlaufen. Schon am Mittag waren Sabine und ich schier erschlagen vom riesigen Angebot an Zubehör zum Nähen, Stricken und Häkeln. Vor allem Wolle gab es in allen erdenklichen Varianten aus aller Herren Länder. Hätten wir einen Strickladen, wüßte ich nicht, wie ich mich angesichts der prallen Fülle wunderschöner Modelle überhaupt entscheiden sollte. Was bin ich froh, dass es in der Welt des Stickens etwas ruhiger zugeht und die Trends hier weniger schnell wechseln.

Was ich Euch heute eigentlich zeigen möchte, sind ein paar Eindrücke von den Sonderschauen. Das Rahmenprogramm bot in diesem Jahr wirklich viel Abwechslung. Ich konnte nicht überall Fotos machen (und leider sind es auch nur Aufnahmen mit dem Handy), deshalb ist die Auswahl etwas einseitig.

Immer wieder fasziniert bin ich von Quilts wie diesem:

Quilt auf der H&H
Ein preisgekrönter Quilt aus himmlischen Stoffen

Übrigens bin ich seit langem Mitglied der Patchwork-Gilde, und obwohl ich keine Zeit mehr zum Nähen finde, bringe ich es einfach nicht über mich, die Mitgliedschaft zu kündigen. Also schaute ich kurz bei der Gilde vorbei:

Der Stand der Patchwork-Gilde
Hier wurden die deutschen Beiträge zur Ausstellung “Mein Lieblingsblock” erstmalig präsentiert.

Unterwegs begegneten uns merkwürdige Baum- und Gartengeister:

Gartengeist aus Maschen
gestrickter Baumgeist
Die Maschengilde aus Osnabrück hat phantasievolle Kostüme gestrickt und gehäkelt.

Die Häkelhelden sind zwei junge Männer, die die größte Patchworkdecke der Welt herstellen wollen. Um einen neuen Weltrekord aufzustellen, wird sie ungefähr die Größe eines Fußballfeldes haben müssen. Einen Teil der bereits gefertigten Decke zeigten die Häkelhelden in Köln, und Besucher konnten sich aktiv beteiligen, indem sie vor Ort weitere Quadrate häkelten.

die größte Häkeldecke
Dies ist nur ein kleiner Teil der Decke.
Kiste mit Häkelquadraten
In dieser Kiste sammelten sich die während der Messe angefertigten Quadrate.

Wirklich wunderschöne Stickarbeiten gab es auch zu sehen. Die kleine Ausstellung mit Arbeiten von Dr. Marianne Herzog unter dem Titel “Es geht noch feiner” hat uns fast die Sprache verschlagen, so einzigartig ist die Wirkung ihrer kleinen Stickbilder aus feinstem Seidengarn. Mit dem Handy Fotos zu machen, wäre völlig unzureichend gewesen, deshalb habe ich es erst gar nicht versucht. Wer zu einem unserer nächsten Sticktreffs kommt, kann sich den Katalog ansehen – es lohnt sich!

Am Stand mit den Seidengarnen von Au Ver à Soie waren sehr schöne farbenfrohe Stickereien wie diese zu bewundern:

bunte Seidenstickerei
Stickereien mit Seide haben eine ganz intensive Leuchtkraft.

Als wir uns gegen Mittag auf die Suche nach etwas Essbarem machten, stießen wir zu unserer Überraschung auf eine gut sortierte Metzgerei:

Metzgerei der Strickerin
Boucherie 1
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Na, wie gefällt Euch die Fleischtheke von Madame Tricot?